A :: wie Architektin

Elisa Rudolph

Architektin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden

 

Hallo Elisa,

vielen Dank für Deine Zeit. Fangen wir an… wie lautet Deine Jobbezeichnung?

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Architektin

Wie bist Du dazu gekommen?

Nach meinem Studienabschluss habe ich geschaut, welche Möglichkeiten es abseits der Arbeit im Architekturbüro gibt. Dabei bin ich auf eine Ausschreibung für ein Forschungsprojekt an der Fakultät Architektur, Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten gestoßen und habe mich beworben. Die Forschungsstelle habe ich damals nicht bekommen, dafür aber eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft (WHK). Aufgabe hier war es die wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Professorin in der Lehre zu unterstützen. Quasi als helfende Hand für die Lehre der angehenden Architektinnen und Architekten im Bereich Sozial- und Gesundheitsbauten.

Man kann auch schon während seines Studiums als studentische Hilfskraft an den einzelnen Professuren der Fakultäten arbeiten und hat somit eventuell auch eine bessere Chance nach seinem Studium eine Promotionsstelle oder eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin zu bekommen. Zudem lernt man dadurch auch schon frühzeitig das Team und die Arbeitsweise kennen

Musstest Du dafür eine Ausbildung oder ein Studium machen?

Um wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni zu werden, muss man vorher ein Studium absolviert haben. In meinem Fall waren das 10 Semester Regelstudienzeit im Studiengang Architektur. Um sich nach seinem Diplom oder Master-Abschluss dann aber wirklich Architekt*in nennen zu dürfen, muss man noch einige Jahre Berufspraxis sammeln und sich Fortbilden.

Hat Dich deine Ausbildung/Studium auf Deinen Job vorbereitet?

Jaein, an sich hat es natürlich sehr viel geholfen, dass man als Studentin auf der „anderen Seite“ seine Erfahrungen gemacht hat. Man versteht die Studierenden in der Lehre dann besser, weil man selbst einmal in deren Situation war. Pädagogik hatte ich in meinem Studium nicht, hätte aber in meinem jetzigen Beruf sicherlich sehr viel geholfen. Man kann aber über Weiterbildungen, die speziell für wissenschaftliche Mitarbeiter*innen angeboten werden, einiges an zusätzlichem Wissen und Qualifikation aufbauen.

Für die Berufspraxis als Architektin habe ich die meisten Sachen tatsächlich während meines Praktikums im Büro gelernt.

Wie sieht Dein Tagesablauf im Job aus? Hast Du einen typischen Tagesablauf?

Im Semester hat man natürlich seine Lehrveranstaltungen zu festen Zeiten. Dazu gehören Vorlesungen, Seminare oder Übungen. Ansonsten ist man den größten Teil im Büro, bereitet seine Kurse vor, tritt in Kontakt mit Studierenden oder arbeitet an Forschungsprojekten mit. Ich kann mir meine Arbeitszeit hier recht flexibel einteilen, lediglich die Lehrveranstaltungen bilden feste Tagespunkte.

Bist Du viel unterwegs?

Innerhalb der Uni schon, gerade wenn man zu den Räumlichkeiten der Lehrveranstaltungen geht. Für ein Forschungsprojekt habe ich auch schon mal andere Universitäten in Deutschland besucht, das war eine sehr reiseintensive Zeit. Ansonsten war ich auf verschiedenen Konferenzen in Deutschland, den USA oder England.

Was macht an Deiner Arbeit Spaß?

Die Arbeit mit den Studierenden, vor allem wenn man am Ende des Semesters sieht, wie sie sich entwickelt haben und welche neuen Erkenntnisse ich vermitteln konnte. Unsere Professur beschäftigt sich hauptsächlich mit der barrierefreien und inklusiv gestalteten gebauten Umwelt. Das ist gerade in der Zeit des demografischen Wandels ein sehr wichtiges Thema.

Aber auch die Mitarbeit an Forschungsprojekten hat immer wieder ihren Reiz. Das schönste Gefühl ist, wenn man am Ende des Projektes eine Publikation veröffentlicht oder einen Vortrag auf einer Konferenz hält.

Gibt es an Deinem Job auch negative Seiten?

Studierende die eigentlich gar keine Lust haben.

Was braucht man für Fähigkeiten für Deinen Job, was merkst Du ist gut/ wichtig zu können?

Empathie für Menschen, wissen, warum sie so reagieren und agieren. Ein sehr gutes Organisationstalent um alle Studierendenwünsche unter einen Hut zu bekommen und um den Überblick nicht zu verlieren. Gerade an Universitäten hat man selten eine 100% Stelle für eine bestimmte Sache. Vielmehr hat man 2-3 Projekte aus denen man Geld bekommt. Hier gilt es alle zu koordinieren und abzustimmen, wann man für was und wie viel Zeit investiert.

Vielen Dank für den Einblick, Elisa! Abschließend, Deine letzten drei Worte?

„Nichts ist so unerträglich wie die Freiheit, die sich ein anderer nimmt, man sich aber selbst versagt“

Reinhard Sprenger.

In diesem Sinne, mach das, worauf du Lust hast und lass dir nicht von anderen den Tag vermiesen!

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