Mein Erfahrungsbericht der Komplizen-Staffel 4

Mein Erfahrungsbericht der Komplizen-Staffel 4

 

So, da stand ich nun, mit meinem Notizzettel in der Hand, Daniela und Markus neben mir – und Ihr alle vor mir. Es war frühmorgens, als wir Komplizen Chemnitz Eure Routine des Unterrichts jäh störten. Und das ist nur „positivst“ zu sehen. Für mich war es also das erste Mal, dass ich Euch in meiner Rolle als Junior-Projektmanagerin in den Roadshows gemeinsam mit meinen beiden Vereinsvorständen Daniela und Markus unser Prinzip des Mentorings vorstellte. Wer jedoch mehr aufgeregt war – die beiden, oder ich – kann ich nicht sagen. Ihr seht: Vorträge können einen auch noch im Erwachsenenalter ziemlich aus der Bahn werfen. (Irgendwie kann man Aufregung halt nicht ablegen!). Ich klammerte also am Zettel, erzählte Euch, dass Ihr nach der Schule ziemlich viele Optionen haben werdet, was Ihr machen könntet und wir Euch dabei unterstützen können – in dem wir Euch einen Komplizen an die Seite stellen, einen Mentor Eures Berufsherzenswunsches oder eben einfach einen, der es schon hinter sich hat, die Berufswahl und Euch einfach viel erzählen kann. Und Ihr natürlich dürft ihn/sie alles fragen. Ca. 20 Minuten „störten“ wir Euren Unterricht und Ihr konntet Euch in Interessentenlisten eintragen. Nach 18 Roadshows vor Chemnitzer Klassen an sechs Schulen später taten das insgesamt rund 30 Schüler und somit konnte die Staffel 4 im Schuljahr 2016/2017 beginnen. Als nächsten Schritt, für Euch berufsinteressierte Schüler – fortan Mentees genannt – trainierten mich Daniela und Markus für den nächsten Vortrag: das Schüler-Seminar stand an. Und basteln. Denn so ein Vortrag ohne Beamer geht am besten per Flipchart zu erklären. Also war mein Auftrag, neue Flipchartblätter zu gestalten. Gruppenarbeiten für Euch standen ebenso an, also nahm ich einzelne Flipchartseiten heraus und schrieb auf eines „Wo triffst Du Dich mit Deinem Mentor“. Wir wollten Euch schließlich auf die Mentoring-Zeit vorbereiten. Und was eben ein Mentor ist und was das Spaß- oder Holprinzip ist. Erinnert Ihr Euch an diese Frage?

 

Neben der Orientierungshilfe von uns soll das Programm und natürlich auch Euer zukünftiges Leben mit dem dazugehörigen Job Spaß machen, denn Ihr werdet das noch mindestens 50 Jahre machen – arbeiten gehen. Und was Spaß macht, das macht man gerne und dabei vergisst man die Zeit. Oh, genau wie ich, denn schwuppdiwupp waren wir mitten im Schüler-Seminar. Da saßt ihr also. Aus Anmeldenamen wurden plötzlich Gesichter. Das wird im Verlaufe der Staffel sowieso meine Lieblingsaufgabe werden…die Charaktere hinter den Gesichtern und Namen kennenzulernen. Zwar werden wir für Euch passende Mentoren finden, aber mein Job ist es, für Euch Ansprechpartner zu sein, Euch zu managen, Eure Fragen zu beantworten und dass wir uns immer wieder sehen – zu den anstehenden Arbeitsplatzbesichtigungen, die wir bei jedem Mentor anfragen und auch fast alle dann für Euch anbieten. All das erklären Euch Daniela und Markus beim Schüler-Seminar. Und natürlich gibt es auch ein paar Kennenlern-Spielchen. In kleinen Gruppen sollt Ihr Euch zusammen finden und Euch einen Beruf von einem Mentor ausdenken. Und dann sollt Ihr überlegen, was Ihr den Mentor über diesen Beruf alles fragen würdet. Was interessiert Euch? Das dient alles der Sensibilisierung, damit Ihr auch später, bei Eurem eigenem Mentor, locker drauf los fragt. Denn Ihr sollt ja was für Euch mitnehmen. Denn das Mentoring dreht sich ja alles um Euch. Und Ihr sollt – ganz einfach – über Euch selbst hinauswachsen. Wie war das noch gleich früher im Lied der Sesamstraße? „Wer nicht fragt, bleibt dumm?“ (– Kennt Ihr das überhaupt noch?)

 

Nach dem Briefing über das Programm ging es dann an das Matching. Welcher Schüler passt mit seinen Angaben und seiner Art zu welchem Mentor. Da ich bisher nur einige der Mentoren kennen gelernt hatte, überließ ich das hauptsächlich Daniela und Markus, die sich damit seit Jahren auskannten. Meine Aufgabe war es jedoch, Euch Schüler einzuschätzen und bei allen weiteren Schritten zuzuschauen und zu lernen. Wenn beispielsweise eine Schülerin eine Mentorin haben will, dann wird das beherzigt (man kann Sonderwünsche angeben, wie der Mentor sein soll). Man denkt gar nicht, über was man alles diskutieren kann, wenn man „matcht“: Ein lebendiger Schüler zu einem ruhigen Mentor?! Ja, da kann der Mentor sogar noch was lernen :). Wir bieten Herausforderungen auf allen Kanälen. Nachdem in den nächsten Tagen – nach dem Schüler-Seminar – wieder einige Matchings umsortiert wurden, stand dann das Kick-Off an.

 

Ein gemütlicher Raum wurde gefunden und wieder überlegten sich Daniela, Markus und ich Kennenlern-Spielchen. Denn bei dem Kick-Off lernt Ihr Euren persönlich Mentor kennen, der dann Euer Ansprechpartner ist. Und damit das Eis ganz schnell bricht, gab es nicht nur Knabbereien und Limo, sondern auch Aktivitäten. Ihr sollt Euch ja wohlfühlen. Ein befreundeter Fotograf der Komplizen hielt die Atmosphäre auf Bildern fest und – na klar – es wurden auch Tandem-Fotos gemacht – Mentor und Schüler (nun wirklich offiziell „Mentee“ genannt) zusammen auf einem Foto. Wer dabei die Sprechblase mit „!“ und „?“ hält, machtet Ihr unter Euch aus. So, und damit war das Kick-Off geschafft und wir entließen Euch in die Tandem-Zeit. Euer Strahlen, als Ihr endlich Euren höchstpersönlichen Ansprechpartner traft, den Ihr fortan alles fragen könnt, was Euch auf der Seele brennt, kann man einfach nur so beschreiben. Ihr saht glücklich und verstanden aus.

 

Unsere Komplizen-Arbeit trägt also beim Kick-Off erste Früchte. Wir alle, die ehrenamtlichen Mitarbeiter – aber natürlich auch die Mentoren – wir alle sind für Euch da, Euch zu verstehen, weil wir alle vielleicht mal an dem Punkt der Orientierungslosigkeit waren?! Oder halt einfach weil wir wissen, wie gut es tut, frühzeitig Inspiration auf das Leben nach der Schule zu geben. In Euch steckt alles, was Ihr für Euer Leben braucht und wir unterstützen Euch, das zu erkennen, herauszuholen und souverän anzuwenden.

 

In den kommenden Wochen, dann, wenn ich Euch bei den Arbeitsplatzbesichtigungen immer mal wiedersehe und natürlich dann bei der Abschlussveranstaltung, werde ich stolz drauf sein, wie Eure Entwicklung der vergangenen Monate vorangeschritten ist. Klar, Ihr seid gewachsen (wie das die Oma immer bei der Familienfeier sagen wird), aber auch – und vor allem – mental gewachsen. Ihr seid selbstsicherer und habt einfach in den vergangenen Wochen mehr und mehr mitbekommen, was ihr wollt und was nicht. Dabei war das Mentoring ein Teil. In unserer Abschlussumfrage lautete ein Fazit von Euch: „Ich bin offener und selbstsicherer geworden, was die Verwirklichung meiner Pläne betrifft.“ Hach, das klingt doch toll, oder? Ihr seid noch so jung und könnt alles erreichen. Und für mich als Bindeglied zwischen Bildung, Hobbies und Erkenntnis ist das der erfüllendste Job, den ich bisher ausüben konnte. Und – wie bereits geschrieben – wir bringen Euch doch schließlich bei, dass Arbeit Spaß machen soll. Ihr seid mein Grund, warum es mir Spaß macht. Danke für das erste Jahr – meine Schützlinge (und nun Alumnis der Staffel 4) – und ich wünsche Euch gutes Gelingen bei allem, was Ihr anpackt. Denkt dran, insgeheim ist immer ein Komplize mit dabei. Und sei es auch nur: Engelchen und Teufelchen, die Euch bei Euren Entscheidungen „helfen“ werden.

Es ist Euer Leben, macht was draus.

 

Eure Denise von den Komplizen Chemnitz

Bild: Daniela, Markus und ich, Denise (v.r.), vor einer Roadshow im Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium 2016. Foto: niseki

Über den Autor

Der Autor hat keine Informationen über sich veröffentlicht

Wie ist deine Meinung dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.