Die heutige Jugend und ihre Internet-Kommunikation!

Eigentlich – so sollte man meinen – ist Kommunikation ganz einfach. Der Mensch ist schließlich ein kommunikatives Wesen. Er hat verschiedene Sprachen und Kommunikationsmodelle entwickelt, er kommuniziert im persönlichen Kontakt genauso wie über Meere hinweg, es gibt Kommunikationsmedien und Kommunikationskanäle, Kommunikation mit Händen und Füßen, mit Worten, Gesten oder Bildern usw.

Wir kommunizieren tagtäglich mit so vielen Menschen und dennoch erscheint vielen die Kommunikation mit Jugendlichen, als scheinbar unmöglich…

Unverständnis entsteht dadurch, dass die heutige Jugend in einer komplett anderen Welt lebt… oder zumindest nicht in unserer… oder doch?

Kennt ihr diesen Ausspruch: „Früher ist man raus gegangen und hat man sich mit seinen Freunden getroffen, etwas unternommen! Und heute sitzt die Jugend nur noch vor dem Computer oder dem Smartphone!“

Die heutige Jugend… Ich wette, dass viele Eltern das Gleiche von ihren Eltern gehört haben, beispielsweise, wenn sie mit dem Telefon auf dem Sofa lagen um stundenlang mit der Freundin oder dem Freund zu quatschen. Interessant, dass eine Generation, die eine völlig neue Kommunikationsform für sich entwickelt hat, heute skeptisch gegenüber Jugendlichen ist, die das Gleiche für sich tun. Schließlich waren es doch die heutigen 30-45 Jährigen, die das Telefon zum Kulturmedium der Kommunikation erhob. 🙂

Das Kommunikationsverhalten entwickelt sich rasant und passt sich an veränderte Gegebenheiten an: Hat man früher mit der Freundin oder dem Freund telefoniert, wird heute dafür ins Smartphone und Laptop gestarrt. Wurde früher die Gesprächszeit durch den Preis eingeschränkt, gibt es heute Flatrates für alle. Hat man sich privat früher nur mit seinen Freunden und Familie getroffen, chatet man heute mit Freunden und facebook-Freunden überall in der Welt. (ja, der Unterschied zwischen Freunden und facebook-Freunden ist den Jugendlichen bewusst)

Was vielen Erwachsenen dabei nicht bewusst ist: die heutigen Jugendlichen schotten sich nicht vor dem Computer ab. Im Gegenteil: sie suchen viel mehr die Kommunikation und den Austausch als alle Generationen vor ihr und sie haben auch alle Möglichkeiten dazu. Nicht umsonst, wird schon jetzt diese Generation mit Generation C bezeichnet (C- wie Connected) Eigentlich ein ganz natürliches Phänomen… Während wir und unsere Eltern den Namen der Nachbarn nicht kennen und Wert auf Individualität, Selbstständigkeit und Anonymität legen, beginnt die Jugend dagegen aufzubegehren, werden süchtig nach Kontakten, Austausch, Gruppen und Vernetzung.

Das alles bietet das Internet, in Echtzeit. Jugendliche bewegen sich dabei nicht in „Virtuellen Welten“, denn das Virtuelle ist schon lange reale Welt geworden. Wird Zeit das wir das begreifen. Denn Jugendliche treffen sich durchaus mit ihren Freunden und unternehmen etwas zusammen, sie sind nur nicht mehr auf das „Rausgehen“ eingeschränkt. Sie können sich immer und überall mit Freunden und facebook-Freunden treffen und gleichzeitig sogar noch Hausaufgaben machen.

Es ist eine neue Art der Kommunikation und ein neues Kommunikationsinstrument. Nichtsdestotrotz bleiben einige Dinge natürlich gleich, waren schon immer so und bleiben wahrscheinlich auch immer so, z.B.

Jugendliche verdrehen die Augen, wenn man anfängt sie zu belehren, zu predigen oder sich selbst darzustellen (Etwas das Erwachsene der Generation X und Y gerne tun. Ratgeber, Bücher und Seminare zu Themen wie „Aktives Zuhören“, „Richtig Kommunizieren “ und „Erfolgreiche Gesprächsführung“ überschwemmen ja nicht umsonst die Welt von Amazon, Google und Co.). Wie wäre es deshalb mal mit einem sokratischen Gespräch? Das hilft gleich zweifach: Die Erwachsen lernen das Zuhören und die Jugendlichen lernen das Antworten. 🙂

Berichtet von Euren Erfahrungen 🙂 Bis zum nächsten Mal!

P.s: Übrigens: Viele Erwachsene denken, dass jugendliches Kommunikationsverhalten, wie eine Sucht ist und merken dabei selten, wie sie derselben verfallen… Ich sage nur: Katzenvideos bei der Bescherung zu Weihnachten, Posts vom eigenen Essen auf facebook, und das Zücken der Handys nach der Landung, um mitzuteilen, man sei gerade gelandet, gehe zur Gepäckausgabe – und rufen dann nochmal an…. Denkt mal drüber nach 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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