Was macht man eigentlich im Komplizen-Tandem?

Vor ca. 3 Wochen schrieben wir in unserem Blog über unser Schülermentoring. Dieser Beitrag hat bei ein paar Personen Fragen zum Mentoring aufkommen lassen… Hauptsächlich geht es bei den Fragen darum, was ein solches Mentoring denn bringt? Was man in den Treffen mit seinem/r Mentor/in denn bespricht? Was man da macht?

Wir haben Euch deshalb mal einen kleinen Bericht unseres Tandempaares Isabel und Thea rausgesucht. Isabel ist Gebärdensprachdolmetscherin und Thea möchte genau das später mal zu ihrem Beruf machen. Viel Spaß beim Lesen!

Isabel Göpfert
Seit Januar 2015 ist Thea meine Mentee. Sie hat sich beim Mentoringprogramm „Die Komplizen” angemeldet, weil sie sich für den Beruf der Gebärdensprachdolmetscherin interessiert. Im Dezember wurde die Anfrage an mich weitergeleitet. Ich lernte Thea im Januar kennen. In einem Vorgespräch hatten wir Zeit, uns miteinander vertraut zu machen und dann zu entscheiden, ob wir ein Tandem bilden wollen oder nicht. Da wir uns auf Anhieb sympathisch waren, beantwortete sich diese Frage schnell.

Thea und ich treffen uns einmal im Monat für einen halben Tag. Wir unternehmen gemeinsam viele Dinge, die Thea helfen sollen, sich den Berufsalltag als Gebärdensprachdolmetscherin vorzustellen. Zum Beispiel besuchten wir die Bibliothek der Westsächsischen Hochschule Zwickau und trafen dort eine Studentin des siebten Semesters aus dem Studiengang Gebärdensprachdolmetschen. So konnte Thea aus erster Hand Informationen zum Studienalltag und den Zugangsvoraussetzungen erhalten. Des Weiteren begleitete sie mich bei einer von mir gedolmetschten Museumsführung und wir besuchten das Gehörlosenzentrum in Zwickau. Bei einer Einkaufstour mit gemeinsamen Essen lernten wir uns besser kennen. Zwischen unseren Terminen stehen wir in regelmäßigem Kontakt per SMS. So können auch kurzfristige Fragen schnell geklärt werden.

Ich habe die Patenschaft für Thea gerne übernommen. Seit ein paar Jahren biete ich Studentinnen und Studenten der Westsächsischen Hochschule Zwickau  die Möglichkeit, bei mir ihr Hospitations- oder Dolmetscherpraktikum abzuleisten. Demzufolge war es für mich nicht ganz neu, eine Mentee zu betreuen.

Mir bereitet es Freude, mit Thea zusammen zu sein und ihr bei ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu helfen. Gleichzeitig lerne ich auch viel von ihr. Mich begeistert ihre Zielstrebigkeit, ihre konkreten Wünsche und Fragen und besonders ihr Engagement. Ich gebe gerne mein Wissen und die Freude an meinem Beruf weiter.
Meine Familie und meine Freunde aus Berufs- und Privatleben unterstützen meine Entscheidung, mich ehrenamtlich zu engagieren.

Thea Kruggel
Ich bin 16 Jahre alt. Isabel und ich haben uns im Rahmen des Mentoringprogramms „Die Komplizen” kennengelernt. Dieses Programm hilft Schülerinnen und Schülern, den richtigen Beruf zu finden. Ich interessiere mich sehr für den Beruf der Gebärdensprachdolmetscherin und so lernte ich Isabel, eine Gebärdensprach-dolmetscherin, im Januar 2015 kennen. Wir treffen uns seitdem einmal im Monat. Wir unternehmen dabei gemeinsam berufsbezogene Dinge, wie zum Beispiel einen Besuch im Gehörlosenzentrum. Durch Isabel durfte ich die Welt der Gehörlosen ein wenig näher kennen lernen. Aber wir waren auch schon gemeinsam bummeln und natürlich bleibt auch noch genügend Zeit für Gespräche und um Fragen zu stellen. Einmal durfte ich Isabel zu einem Dolmetschereinsatz begleiten, das war bis jetzt mein Highlight. Ich bin sehr froh, dass ich die Chance habe, mich so gut über meinen Wunschberuf informieren zu können und freue mich jedes Mal aufs Neue, dass ich mich bei dem Mentoringprogramm angemeldet habe. Mein erstes Ziel habe ich schon erreicht. Ich wollte herausfinden, ob dieser Beruf zu mir passt. Da ich mir sehr gut vorstellen kann, später einmal als Gebärdensprachdolmetscherin zu arbeiten, kann ich diese Frage mit einem klaren „Ja” beantworten.

Den gesamten Artikel findet ihr unter http://www.aktion-zusammen-wachsen.de/projekte/tandem-des-monats/tandem-juli-2015.html

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