Ergebnisse der Komplizen-Studie zum Azubimangel in Chemnitz

Im September 2013 kamen die Komplizen endlich nach Chemnitz, lernten Chemnitzer Schüler kennen und genauso auch Chemnitzer Unternehmen.

Es bleibt dabei natürlich nicht aus, dass uns immer wieder Themen begegnen, die sich ständig zu wiederholen scheinen. Ein solches Thema ist der Auszubildendenmangel in Chemnitz. Ständig wird davon geredet…. Azubis fehlen hier, die Qualität der Bewerber fehlt dort, wir können uns gar nicht beklagen und bei uns ist die Not am größten… Viele unterschiedliche Eindrücke von vielen verschiedenen Unternehmen stürmen auf einen ein. Und nicht zu vergessen die Schüler: auch sie haben ihre Ansicht zu diesem Thema.

Wir haben also 2015 beschlossen, dass wir diesem Thema einmal auf den Grund gehen und zwar speziell in Chemnitz. Bundesweite Studien zu diesem Thema gibt es in Hülle und Fülle, aber wenn man gute Informationen zu diesem Thema finden will, die nur allein auf Sachsen zugeschnitten sind, stößt man auf Schwierigkeiten. Wenn man jetzt auch noch Informationen  – nur Chemnitz betreffend – sucht, hat man quasi gleich verloren.

Deshalb riefen die Komplizen kurzerhand eine eigene Studie ins Leben. Zusammen mit fünf Studenten der TU Chemnitz widmeten wir uns ein Jahr lang der Frage:

Welche Schwierigkeiten wirft die Stellenbesetzung im Auszubildendenbereich bei Chemnitzer Kooperationsunternehmen des Komplizen Chemnitz e.V. auf, und welche Personalmarketingmaßnahmen können diesem Problem entgegen wirken?

Dabei wurden zum einen Komplizen-Partnerunternehmen mit Experteninterviews befragt. Andererseits wurden zu den gleichen Forschungsinhalten rund 300 Schüler in Abschlussklassen verschiedener Chemnitzer Oberschulen und Gymnasien befragt.

Ziel war es dabei, Probleme bei der Stellenbesetzung genauer zu identifizieren sowie konstruktive Handlungsempfehlungen geben zu können.

Die zwei Hauptprobleme der Stellenbesetzung – Quantität und Qualität der Bewerber – wurden bei jedem Unternehmen genau unter die Lupe genommen und dabei nach den folgenden Faktoren analysiert:

– Attraktivitäts-/Marketingsprobleme

– Demografie und Gesellschaft

– politische und institutionelle Rahmenbedingungen

Bei der Analyse zeigte sich unter anderen: die Unternehmen sind sich den derzeitigen Eigenschaften der neuen Auszubildenden-Generation nicht bewusst und dementsprechend wurden Personalmarketingmaßnahmen nicht angepasst. Ein anderes Ergebnis zeigte auf, wie stark die Erwartungen an Bewerber von Seiten der Schüler und der Unternehmen auseinander driften:

Als Beispiel hier die Top 3 der Erwartungen an Bewerber aus

Schülersicht:                                                                                        und aus Unternehmersicht:

  1. Zuverlässigkeit                                                                              1. Interesse an Ausbildungsinhalten
  2. Leistungsbereitschaft                                                                  2. Schulnoten
  3. Interesse an Ausbildungsinhalten                                              3. gute Umgangsformen

Wir geben zu, mit diesem Ergebnis hatten wir gerechnet… Umso wichtiger war es für uns, dass in der Studie für die teilnehmenden Unternehmen konkrete Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen herausgearbeitet wurden – ein unglaubliches Potential für die Unternehmen! Mit unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre im Komplizen-Programm und der Zusammenarbeit mit den Schülern, greifen wir mit unserem Berufsorientierungsprogrammen genau dort an und verbinden Schüler mit Unternehmen — für alle Teilnehmer effektiv und gewinnbringend.

Neugierig geworden? Die Komplizen starten zu diesem Thema noch dieses Jahr die nächste Studie. Bewerbt Euch, seid dabei und profitiert! Anfragen gerne an vorstand@komplizen-chemnitz.de

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