Schritt für Schritt zum Traumberuf…!

Warum hast du denn Soziologie studiert, wenn du jetzt was mit Twitter machst?

Das ist die große Frage. Twitter kann man leider (noch) nicht studieren. Das wäre die kurze Form der Antwort auf diese Frage. Und die Lange? Die lässt sich am besten anhand meines letzten Lebenslaufs geben, den ich irgendwann Anfang 2013 erstellt habe.

Na dann los. Ich bin Falk Sieghard Gruner, selbstständig als Social Media Berater, Texter und Blogger und in sozialen Netzwerken unter „falkgruner“ zu finden. Außer Snapchat. Da bin ich „falksieghard“.

Angefangen hat alles mit einem mittelmäßigen Abi. Zwei grundlegende Eigenschaften, die mich seit meiner Schulzeit begleiten und mir u.a. einen Abischnitt von 2,7 eingebracht haben: Faulheit und Prokrastination auf höchstem Niveau. Psychologie – für das ich mich tatsächlich interessiert hätte – viel damit raus. Und an Soziologie hatte ich nach dem Zivi noch nicht gedacht. Daher entschied ich mich für ein Ingenieursstudium. Verkehrswissenschaften. Das war sehr interessant, ich hatte erstaunlicherweise keine schlechten Noten und Spaß daran. Nur die Mathematik hat mir letzten Endes ein Bein gestellt. Exmatrikulation und von vorn anfangen.

Da Psychologie immernoch mit NC belegt war, fiel meine Wahl dann auf Soziologie. Das Interesse an Politik und Gesellschaft war schon immer groß und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Prozessen und Strukturen sehr spannend. Und außerdem war das Ganze in Chemnitz und das Pendeln in einer Fernbeziehung sollte ein Ende haben.

Im Studium habe ich mich dann auf Arbeits- und Industriesoziologie sowie Bevölkerungs- und Migrationssoziologie spezialisiert. Klingt sperrig, ist aber sehr praxisnah. Wie arbeiten wir heute und in Zukunft? Woran scheitert Integration von Menschen, die zu uns kommen, und was braucht es für eine gelungene Integration? Was ist überhaupt Integration? Solche Fragen halt. Oder auch „Was macht Überwachung in Einkaufszentren mit uns?“ (So nebenbei: Irgendwann im 2., 3. oder 4. Semester meldete ich mich in meinem ersten sozialen Netzwerk an. StudiVZ. Ja, das gibt es noch. Aber trotzdem klingt es jetzt schon wie „Der alte Mann erzählt von früher.“)

Nach Bachelor- (Macht von Spartengewerkschaften) und Masterarbeit (Einflussfaktoren Sozialen Kapitals) ging es weiter an der Uni. Durch Hiwi und Wihi – so heißt das glaube ich – seit dem 4. Semester, bin ich an eine Stelle an der Uni gekommen. Da war dann allerdings nach gut einem Jahr wieder Schluss. Arbeitslos. Das erste Mal. Irgendwie seltsam, aber die freundliche Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit ließ mich in Ruhe und hatte keine Sorge, dass ich etwas Neues finde.

Das Neue? Texter in einem Onlineshop für Fahrräder. In einem großen Onlineshop. Sagen wir, es gibt auch in Chemnitz eine Filiale dieser Kette. Die Karriereleiter ging es dank flacher Hierarchien und sich schnell drehendem Personalkarussell recht schnell nach oben. Vom Texter zum Onlineredakteur zum Social Media Manager. Am Ende dieser Zeit durfte ich alle sozialen Netzwerke der Marke deutschlandweit betreuen. Das hatte schon was! Durch großen Freiraum konnte ich viel lernen, experimentieren und Strukturen schaffen. War schön! Das Unternehmen wurde dann allerdings so umstrukturiert, dass es heute eine andere Adresse hat und vollkommen neues Personal. Also wieder arbeitslos.

In dieser Zeit begann ich dann, nebenbei etwas aufzubauen, was sich medienspinnerei nennt. Ein paar Texte hier und da hatte ich schon vorher geschrieben. Und jetzt wurde es so langsam mehr und da war es alles andere als abwegig, etwas Neues, etwas Eigenes zu machen. Beworben hatte ich mich trotzdem und einige Unternehmen sind jetzt meine Kunden. Sachen gibt’s!

So bin ich nun seit Anfang 2013 selbstständig unterwegs. Das ist nicht immer einfach und trotzdem ist es ein toller Job. Klar, man muss die Krankenkasse selbst bezahlen, sich selbst um Weiterbildung kümmern und auch die Aufträge selbst ranholen. Aber die alltäglichen Freiheiten, die Möglichkeit zu arbeiten, wann und wo ich will, sind schon etwas Besonderes. Außerdem bin ich kein großer Freund von allzu festen Strukturen. Also Stechuhr, akribische Dokumentation von Arbeitszeiten oder klare und unüberwindbare Abgrenzungen des eigenen Tätigkeitsbereiches sind nicht so mein Ding. Daher ist die Selbstständigkeit schon was Feines!

Um als Freelancer sichtbar zu werden, habe ich diese 3 Punkte in mein Marketing einfließen lassen:

  1. Eine eigene Marke aufbauen. Auf allen Plattformen nutze ich den gleichen Namen (außer Snapchat – siehe oben), das gleiche Profilbild und verlinke jeweils zu anderen Netzwerken. Außerdem habe ich meinen 2. Vornamen überall mit angegeben. So gibt es nur mich, den man beim googeln nach Falk Sieghard Gruner findet.
  2. Publizieren im Netz. Oder anders: Bloggen. So wurde ich wahrgenommen mit meinen Texten, auch wenn es zu Beginn „nur“ satirische Texte über Chemnitz auf Unterwegs in Karl-Marx-Stadt waren. Wertvolle Kontakte hat mir das trotzdem gebracht. Das Blog der medienspinnerei und auch ein paar Texte auf Medium kamen nach und nach dazu.
  3. Online und offline. Sich auf Veranstaltungen zeigen, anderen vorstellen und in Gruppen auf Facebook und Xing einmischen. Denn das persönliche Gespräch ist nur schwer zu ersetzen.

So im Schnelldurchlauf betrachtet, ist das ein ganz schönes Hin und Her auf dem Weg zum Freelancer gewesen. Zwischendrin – zum Beispiel, wenn man arbeitslos ist – macht das auch ab und zu keinen großen Spaß. Aber irgendwie geht es immer weiter. Bei allen. Scheitern und etwas Neues machen gehört dazu. Und Zeit, um das richtige zu finden, hat man ja meistens auch.

Twitter: https://www.twitter.com/falkgruner
Instagram: https://www.instagram.com/falkgruner/
Facebook: https://www.facebook.com/falkgruner
Snapchat:  Nutzername falksieghard und Link dazu -> https://www.snapchat.com/add/falksieghard

https://www.medienspinnerei.de/
http://unterwegsinkarlmarxstadt.de/
https://medium.com/@FalkGruner

(Gastbeitrag: Falk Gruner)

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