Voneinander lernen?! – Schulakquise


In Chemnitz gibt es ein Mentoring Netzwerk aus verschiedenen Programmen zur Orientierung von Schülern und Jugendlichen.

Wir treffen uns 1 mal im Monat, berichten über den Stand unserer jeweiligen Projekte und tauschen uns zu Problemen, Hürden und natürlich Erfolgen aus.

Ob dabei Konkurrenzgedanken eine Rolle spielen? Eigentlich nicht. Jeder hat ein bisschen eine andere Zielgruppe und Schüler und Jugendliche sind genug für alle da 😉

Was uns diese Treffen aber gezeigt haben, ist, dass jedes Projekt irgendwann mal an den gleichen Punkten festhängt, wie andere vor ihm. Warum also das Rad neu erfinden? Warum nicht einfach von den Erkenntnissen und Erfahrungen der anderen lernen?

Deshalb posten wir ab heute immer am ersten Sonntag im Monat ein paar unserer Hürden/Probleme/Schwierigkeiten und auch, wie wir sie gelöst haben. Ihr werdet das immer unter dem Blog „Aus dem Nähkästchen“ finden und wenn ihr selbst Probleme oder Hürden habt, bei welchen ihr nicht weiter wisst, schreibt uns. Vielleicht waren wir ja an diesem Punkt ja schon? Vielleicht haben wir auch dafür bereits eine Lösung gefunden?

Hürde 1 – Schulakquise

Viele soziale Projekte in Deutschland werden von öffentlichen Förderern finanziert und müssen eine bestimmte Teilnehmeranzahl nachweisen. Besonders schwer tun sich dabei die meisten Projekte bei Schulen. Logisch, denn an Schulen ist schwer ranzukommen. Zum einen werden sie mit Projekten überschüttet und zum anderen haben die jeweilig zuständigen Lehrer einfach keine Zeit sich neuen Projekten zu widmen, sich einzuarbeiten, Strukturen dafür zu schaffen, den Schuldirektor davon zu überzeugen, ggf. noch Geld dafür zu akquirieren usw. Dementsprechend greifen sie auf bereits bestehende Projekte zurück.

Haben wir auch oft genug festgestellt. 😉

Es gibt dafür mehrere Lösungsmöglichkeiten mit unterschiedlich großer Wirkung:

Brief/Email: Um Schulen von dem eigenen Projekt zu überzeugen, kann man natürlich mit einem Brief oder einer Email beginnen. Achtet darauf, dass ihr keine Romane schreibt. Das ist wie mit dem Schreiben einer Bewerbung: Möglichst so, dass alles auf eine Seite passt, die wichtigsten Bestandteile Eures Programms beschrieben sind und klar ist, warum gerade ihr Euch abhebt und man Euch kontaktieren sollte. Referenzen, Zeitungsartikel über Euch oder Sonstiges könnt ihr natürlich an diese Seite anheften.

Problem: Meist kommt weder der Brief, noch die Email bei der Person an, die für Euer Projekt zuständig ist. Gründe dafür gibt es viele: entweder gehen Eure Schreiben in der Flut an Briefen und Emails einfach unter oder sie werden später gelesen. Unter Umständen werden sie auch gleich entsorgt. So hatte eine uns bekannte Schule die Anweisung gegeben alle neuen Projektangebote zu löschen, da man „eh schon genug Projekte habe“. 🙁

Wirkung: gering!

Anruf: Wenn man telefonisch mit einer Schule Kontakt aufnimmt, kommt man normalerweise beim Sekretariat raus.

Problem: Im Sekretariat bleibt man auch. Die Möglichkeit ins Lehrerzimmer verbunden zu werden besteht, aber weiß, man welcher Lehrer der richtige Ansprechpartner ist? Falls ihr durchgestellt werdet, dann seid gut vorbereitet Euer Projekt im Stil Elevator-Pitch vorzustellen, ihr werdet nur diese eine Minute haben, bevor die Stundenklingel läutet 😉

Wirkung: gering

Xing/Facebook: Ja, Lehrer sind auf Xing und Facebook aktiv. Oftmals findet man auf diesen Weg sogar die Direktoren der Schule. Über Social Media ist der große Vorteil, dass man sie direkt anschreiben kann und kein Sekretariat dazwischen hat.

Problem: Leider findet man in diesen beiden Netzwerken auf dem direkten Weg selten den richtigen Ansprechpartner. Mit etwas Glück wird man aber auf diesen verwiesen und zwar mit passenden Kontaktdaten. Auch eine Möglichkeit sind die regionalen Xinggruppen. Erklärt dort Euer Projekt und startet einen Aufruf: Wer hat einen Kontakt in die Schule? Wer kann uns helfen? 😉

Wirkung: mittel bis hoch

Koordinierungsstelle und Arbeitskreis Schule/Wirtschaft: Diese zwei Stellen gibt es in jeder größeren Stadt. Macht ein Termin aus, per Mail oder Telefon und stellt Euer Projekt vor. Beide Stellen haben Schulvertreter oder sehr guten Kontakt zu ihnen. Wenn ihr sie überzeugt, ist die erste Hürde geschafft und ihr erhaltet meist ziemlich schnell einen Schultermin um Euer Projekt noch einmal direkt vorzustellen!

Problem: Allerdings gibt es hier häufig ein zeitliches Problem, denn gerade die Agenda des Arbeitskreises Schule/Wirtschaft ist echt voll und es kann sein, dass ihr schnell mal ein halbes Jahr auf einen Termin wartet. Außerdem sind beim Arbeitskreis auch Vertreter der Wirtschaft anwesend. Behaltet das im Blick. Sozial ist gut, aber die Wirtschaft will natürlich wissen, was für sie dabei rausspringt.

Wirkung: mittel

Schülerrat/Elternrat: Jede Schule, jede Stadt auch jedes Bundesland hat einen Schüler -und einen Elternrat. Beide vertreten u.a. die Belange der Schüler. Wenn ihr also Schüler und Eltern davon überzeugen könnt, dass Euer Projekt Nutzen für die Schüler und damit auch für die Schule hat, seid ihr auf jeden Fall bald das nächste Schulprojekt. Beide Räte werden vom Direktor der Schule angehört und haben viel Einfluss.

Problem: An den Schüler- oder Elternrat einer Schule kommt man oft sehr schlecht ran. Selten sind Kontaktdaten dazu auf der Schulhomepage zu finden oder zu „ergooglen“. Deshalb empfiehlt es sich über den Stadtschüler- oder Stadtelterrat zu gehen. Hier allerdings kommt es auf das Engagement der Schüler bzw. der Eltern an. In der eigenen Schule sind beide oft sehr aktiv, aber als Teil eines Stadtgremiums ist das Engagement sehr unterschiedlich.

Wirkung: mittel bis hoch

face-to-face: Die Option, an die die wenigsten Menschen seltsamerweise denken, ist das tatsächliche „Zur Schule gehen“. Ihr wollt die Schule so schnell wie möglich von Eurem Projekt überzeugen? Geht in die Schule Eurer Wahl, sucht das Sekretariat, sagt von welchem Projekt ihr kommt und wen ihr sprechen wollt (also Euren Schul-Ansprechpartner). Erkundigt Euch, wo ihr die Person findet und wartet auf die Pause. Dann könnt ihr den entsprechenden Lehrer abfangen, im Elevator-Pitch-Stil von Eurem Projekt überzeugen und einen Termin für eine genaue Projektvorstellung ausmachen.

Problem: Manchmal seid ihr „umsonst“ gekommen und der jeweilige Lehrer ist schon weg oder kommt erst in 3 Stunden… Dann heißt es wiederkommen oder warten.

Wirkung: hoch

Rotary/Lions Club und Co: Direktoren findet man häufig auch in Clubs wie dem Rotary oder dem Lion. Auch diese findet ihr eigentlich in jeder großen Stadt. Die Clubs sind sozial engagiert und hören Euch gerne an. Meist treffen sie sich einmal in der Woche /Monat zum Abendessen und freuen sich da über einen kleinen Vortrag. Also seid vorbereitet 🙂 Großer Vorteil hier ist nicht nur, dass Schulvertreter anwesend sind, sondern dass man Euch vielleicht auch finanziell unterstützt, wenn ihr dazu die Anfrage startet.

Problem: Naja, manchmal sind sie ziemlich „langsam“ und man muss mehr als einmal anfragen. Das liegt daran, dass man in diesen Clubs meist Geschäftsführer findet und diese ziemlich beschäftigt sind. Nicht aufgeben, weiter probieren!

Wirkung: Mittel bis hoch

 

Das wars von unseren Vorschlägen. Fallen Euch noch weitere ein oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht, dann schreibt uns, wir ergänzen unsere Liste gern. 😀

Natürlich, könnt ihr diese Tipps auch auf jede andere Zielgruppe übertragen. Überlegt Euch einfach, wer das passende Äquivalent dazu ist. 😉

Am Ende mal noch eine Werbung in eigener Sache: Wir haben jetzt einen Newsletter! Wenn ihr immer auf dem Laufenden sein wollt, was die Komplizen angeht, oder Ausschreibungen an Schüler/ Unternehmen bringen wollt, dann meldet Euch an! Wir freuen uns!

 

 

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